Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Wildbret in großen Massen, aromatische Gewürze und ein Darm in den die Masse vorsichtig gefüllt wird. Das kann nur eins bedeuten. Heute geht es um die Wurst! Die Firma Grube KG fragte vor geraumer Zeit bei uns an, ob wir Lust dazu hätten einige Produkte aus ihrem Sortiment zu testen. Klamotten, Ausrüstung oder die 3. Taschenlampe? Das kam für uns dieses Mal nicht in Frage. Nach kurzer Überlegung und einem schnellen durchstöbern des Online-Shops stand nun die Entscheidung schnell fest. Produkte für die Wildbret-Verwertung sollten es sein, denn uns liegt besonders am Herzen, dass sich auch Junge Jäger mehr in die Küche trauen und ihre selbst erlegten Stücke fachgerecht verwerten. Schießen bis die Truhe voll ist, das hat in unseren Augen rein gar nichts mit der Jagd zu tun. Denn wenn aus einer Wildschweinkeule saftige Burger werden, dann schindet Ihr nicht nur Eindruck bei euren Freunden, sondern habt auch das gute Gefühl alles richtig gemacht zu haben. Zumindest geht es mir jedes Mal so wenn ich mir wieder einmal neue Kreationen mit dem besten Fleisch der Welt überlegt habe und die faszinierten Gesichter meiner nicht jagdlich geprägten Freunde sehe. Das erste Produkt möchten wir Euch heute einmal genauer vorstellen.

Der Landig Pro-Star Fleischwolf 600W

Für den direkten Test habe ich mir etwas außergewöhnliches überlegt um den Fleischwolf wirklich komplett auf Herz und Nieren prüfen zu können. Mit meinem Vater habe ich mich an einem verregneten Sonntag in die Küche gestellt und aus 9 Kilogramm Fleisch frische Wildschweinbratwürstchen hergestellt. Das Rezept für die frischen Bratwürstchen findet Ihr unter dem Testbericht.

Der erste Eindruck:
In meinem damaligen Ausbildungsbetrieb hat mich das Arbeiten am und mit dem Fleischwolf schon immer irgendwie fasziniert. Mit welch einer Kraft die Schnecke kiloweise Rindfleisch durch die vorgesetzten Scheiben befördern konnte blieb mir immer ein Rätsel. Nie ein Murren nie ein Knurren und das seit über zwanzig Jahren. Mein Chef pflegte immer diesen einen Satz zu sagen: „Junge, Qualität zahlt sich aus!“.

Mit diesen Worten im Ohr, öffnete ich voller Freude das Paket und staunte nicht schlecht über die kompakte und moderne Bauweise des Fleischwolfs. Alle Utensilien die für das Befüllen der Wurst notwendig waren, befanden sich in dem hohlen Stößel. Drei verschiedene Edelstahl-Lochscheiben mit einem Lochdurchmesser von ca. 3.0, 4.5 und 8.0 mm und ein Inoxmesser liegen dem Fleischwolf ebenfalls bei. Der Fleischwolfaufsatz, das Handrad welches vor die Scheibe als Fixierung gesetzt wird und die Schnecke besteht aus Aluminiumguss. Die Schnecke ist zusätzlich noch mit einer gehärteten Edelstahlwelle versehen. Dadurch wird ein absolut bombenfester Sitz des Messers im Fleischwolf garantiert. Für alle die in der kommenden Weihnachtszeit auch nicht auf frisch gebackenes Spritzgebäck verzichten möchten, bietet der Landig Pro-Star zusätzlich einen Spritzgebäckaufsatz mit vier verschiedenen Formen.

Für das Zusammensetzten der einzelnen Teile, habe ich ohne Anleitung nicht einmal 30 Sekunden gebraucht. Es wird allerdings empfohlen das Zusammensetzten unter den Vorgaben der beigelegten Gebrauchsanweisung durchzuführen. Beim Zusammenbau ist darauf zu achten, dass der Fleischwolfaufsatz korrekt am Gehäuse fixiert wurde, dass die Schnecke optimal in den Aufsatz eingeführt wird und dass das Messer in Laufrichtung eingesetzt wird. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass die Aussparung in der gewählten Lochscheibe korrekt in den Fixierungsbolzen greift und dass das Handrad fest auf den Fleischwolfaufsatz gedreht wird. Dann steht einer erfolgreichen Benutzung nichts mehr im Wege.

In der Praxis:
In der Praxis verhält sich der Fleischwolf tadellos. Das Arbeitsgeräusch des 600 Watt Pro-Star Motors ist laut aber nicht unangenehm. Durch den ON/OFF-Knopf wird der Fleischwolf in Betrieb und genauso wieder außer Betrieb gesetzt. Der danebenliegende Knopf mit der Bezeichnung REV ist für den Rücklauf der Schnecke zuständig. Sollte Euch also einmal ein ungebetenes Stück Fleisch oder ein offensichtlicher Knochensplitter mit in den Fleischwolf gefallen sein, so könnt Ihr es mit diesem Knopf wieder sicher aus dem Gehäuse entfernen. Die theoretische Durchsatzmenge von 90 Kilogramm pro Stunde ist leider nur ein „theoretischer Wert“ wie es der Name schon sagt. Wir haben für das Wolfen von 9 Kilogramm Fleisch knapp 30 Minuten gebraucht. Für den normalen Hausgebrauch also absolut ausreichend.

Genau so wichtig wie die schnelle Verarbeitung des Wildbrets war mir aber auch die Reinigung der einzelnen Teile des Landig Pro-Star. Diese könnt Ihr alle bis auf das Gehäuse mit dem Motor ohne Probleme in die Spülmaschine stecken. Nach dem Spülvorgang habe ich alle Teile und ganz besonders das Gewinde des Aufsatzes und des Handrads erneut mit kaltem Wasser abgespült und sie mit ganz normalem Rapsöl und einem Stück Küchenpapier eingerieben, um sie vor eventueller Korrosion zu schützen. Alle Aluguss und Edelstahlteile bewahre ich nun jeweils eingewickelt in einem Stück Küchenpapier auf, damit sie für den nächsten Einsatz wieder alle im Bestzustand sind. Alle Teile des Fleischwolfs sind frei von unhygienischen und zu erreichenden Ecken, bis auf das hintere Teil der Schnecke welches in den Motor greift. Dort sammeln sich gerne minimale Fleischreste. Am besten könnt Ihr diese wie bei den Vorsatzscheiben mit einem Zahnstocher entfernen.

Tipp von mir: Vermeidet nach dem Gebrauch das Abspülen der Lochscheiben unter heißem Wasser, denn sonst kann es sein, dass das vorhandene Fleisch in den Löchern gart und Ihr es nur sehr schwer wieder entfernen könnt. Außerdem solltet Ihr vor jedem Wolfen alle Teile des Fleischwolfs für knapp 20 min in das Eisfach legen.

Das Fazit:
Der Landig Pro-Star hat mich durch das hervorragende Preis-Leistungsverhältnis sowie sein tolles Design und die Verarbeitung überzeugt. Die Leistung des 600 Watt Motors ist für den häuslichen Gebrauch absolut ausreichend. Der große Einfülltrichter ermöglicht eine saubere und schnelle Verarbeitung des Wildbrets. Die gummierten Standfüße unter dem Fleischwolf sorgen für einen sicheren Halt auf der Arbeitsfläche. Für 165 Euro bekommt Ihr bei diesem Gerät wirklich einiges geboten. Ich hätte mir zusätzlich noch einen etwas massiveren Stößel dazu gewünscht, aber das ist meine eigene Meinung.

Ich hoffe ich konnte Euch etwas Inspirieren auch mal etwas anderes aus eurem frischen Wildbret mit den eigenen Händen und einem kleinen Power-Gerät herzustellen. Lasst gerne einen Kommentar da falls Ihr weitere Fragen oder Anregungen habt. Gerne auch zu dem Produkt!

Transparenz ist uns wichtig! *Das Geräte Landig Pro-Star wurde uns für die besagte Testphase „kostenfrei“ von der Firma Grube KG zur Verfügung gestellt. Nach dem Ende der Testphase geht das Gerät per Schenkung in unseren Besitz über. Dieser Bericht ist trotz alledem unabhängig geschrieben und erhielt keinerlei Einfluss von außerhalb.

Nun noch das Rezept für die frische Wildschweinbratwurst:

Zubereitungszeit:
 Circa 2 Stunden
Utensilien:
 Fleischwolf (ggf. Landig Pro-Star)
 Zwei große Schüsseln
 Filetiermesser oder Ausbeiner
 Eine kleine Schüssel
 Schneidebrett
Zutatenliste:
 5 Kilogramm Verarbeitungsfleisch vom Wildschwein
 4 Kilogramm Hohe Rippe vom Schwein ohne Knochen/Knorpel
 17 Gramm Salz je Kilogramm Fleisch
 75 Gramm Schafskäsegewürzzubereitung der Firma Tali
Link: https://www.amazon.de/TALI-Schafskäse-Gewürzzubereitung-75-g/dp/B00LGO5GP8/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1537874546&sr=8-1&keywords=tali+schafsk%C3%A4segew%C3%BCrz
Bestandteile: Knoblauch, Paprika, Chili, Peterilie, Pfeffer, Zwiebel, Thymian, Oregano und Basilikum. Super lecker!
 2 Gramm weißen gemahlenen Pfeffer je Kilogramm Fleisch
 18 Meter Schweinedarm 28/30
Link: https://www.amazon.de/deutscher-Schweinedarm-18m-Bund-Hergestellt/dp/B00BCKLQLO/ref=sr_1_1?s=grocery&ie=UTF8&qid=1537874598&sr=1-1&keywords=schweinedarm

Die Zubereitung:
Das gesamte Fleisch gut von eventuell vorhandenen Sehnen befreien.
Das Fett muss unbedingt am Fleisch bleiben.
Das gesamte Fleisch in längliche streifen schneiden, so dass es gut in den Wolf passt.
Mit Salz, Pfeffer und dem Schafskäsegewürz würzen und alles gut vermischen.
Nun den Schweinedarm für circa 20 Minuten in lauwarmes Wasser legen und einmal durchspülen.
In der Zwischenzeit das gesamte Fleisch durch den Fleischwolf geben. (Kleinste Scheibe)
Sobald das Fleisch durchgelassen wurde, den Wurstaufsatz auf den Fleischwolf setzten und den gereinigten und gewässerten Darm auf den Aufsatz ziehen.
Nun am besten zu zweit den Darm mit der Wurstmasse befüllen und immer wieder die Masse in den Fleischwolf geben. Sobald der Darm voll ist, den nächsten Aufziehen.
Zum Schluss alle befüllten Würste auf die gewünschte Länge drehen und Luftblasen im Darm mit einer Rouladen-Nadel aufstechen.
Die Würste können entweder sofort vacuumiert und eingefroren, gebrüht bei 85 Grad im gut gesalzenen Wasser, oder direkt auf dem Grill gegart werden.

Lasst es Euch schmecken und Waidmannsheil,
Hunterfieber