Hallo liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Wochenende ist Jagdzeit! Genau so den vergangenen Samstag und Sonntag. Von einem guten Freund wurde ich in sein aktuelles Revier zur Saujagd eingeladen. Schaden ohne Ende und einfach zu wenig Zeit. Das kennen wahrscheinlich die meisten von Euch. Doch dieses Wochenende sollte es den Sauen einmal an den Kragen gehen, um die Laune der umliegenden Bauern wieder etwas zu steigern.
Dort angekommen wurde die Wohnung bezogen, ein kleiner Snack verspeist und die neu entstandenen Schäden im und am Getreide in Augenschein genommen. Eine saureiche Nacht lang uns bevor! Um Missverständnisse zu vermeiden, trafen wir uns anschließend noch bei dem Pächter und klärten ab wer sich wo hinsetzen sollte. Spontan entschied er sich ebenfalls mit einem Freund auf den Abendansitz zu gehen. So bezogen wir voller Elan unsere offenen Drückjagdböcke und Leitern, und warteten bis die ersten Sauen aus dem Bestand auf die Schadflächen zogen.

Ich machte ein paar Aufnahmen mit der Kamera und vertrieb mir so ein wenig die Zeit. Dann um 10 Uhr der erste Schuss, nicht weit von mir entfernt. Der Beständer sollte mit einer kleinen 25kg Sau am Dinkel belohnt werden. Kurz darauf der zweite Schuss. Dieses Mal etwas weiter entfernt. Jedoch immer noch deutlich hörbar. Kurz die Nachrichten in der WhatsApp Gruppe gecheckt und die Bestätigung erhalten. Sau Nummer 2. für den Freund des Pächters. Ich machte mir so langsam meine Gedanken warum bei mir nicht so wirklich etwas aus dem Wald kommen will. Passt der Wind nicht, oder war ich beim beziehen meines Standes vielleicht sogar schon zu laut. Fragen über Fragen und Gedanken über Gedanken, aus denen ich eine halbe Stunde später im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Schlag zurück in die Realität geholt wurde. Nämlich durch den deutlich zu hörenden Kugelschlag, der durch das auftreffende Geschoss auf die Sau von meinem Freund Erwin produziert wurde. Drei Leute drei Sauen! Ein nun schon phänomenaler Abend, der noch eine Überraschung für mich bereithielt.

Um 12 Uhr baumte ich ab und machte mich wie besprochen auf den Weg zu Erwin. Der Mond schien so enorm aus dem wolkenfreien Himmel, dass man die Sau, die auf circa 70 Meter im Dinkel verendet war schon mit bloßem Auge erkennen konnte. So gingen wir zum Anschuss und begutachteten das allein kommende Stück, welches Erwin kurz zuvor mit sauberer Kugel erlegen konnte. Ein Überläufer Keiler mit knapp 40 Kilo lag auf der Schwarte. Waidmannsheil dem Jungjäger! Mit Aufbrechen und Fotos machen, vertrieben wir beiden uns die Zeit, bis der Beständer und sein Freund ebenfalls am Drückjagdbock von Erwin eintrudelten. Alle hatten eine Sau erlegt nur ich ging bis jetzt leer aus. Mit etwas gedrückter Stimmung freute ich mich trotzdem für alle Drei.

Ein letzter Blick mit der Wärmebildkamera gab Aufschluss darüber was sich 100 Meter von uns am Dinkel gerade abspielte. Eine dreiköpfige Überläufertruppe zog geradewegs vom Wald auf die Schadflächen in das hochgewachsene schmackhafte Getreide. Ganz sicher keine Frischlinge mit im Schlepptau. Nun war der Entschluss gefasst, wir gehen die Sauen an, sagte der Pächter. Ich nahm meine Waffe und wir näherten uns der Truppe im leisen Entenmarsch bis auf circa 30 Meter. Dadurch dass die Schäden in diesem Feld so enorm groß waren, konnte ich alle Schweine sauber als nicht führend ansprechen. Der Entschluss war also gefallen und ich entschied mich für den Schuss auf das schwächste Stück. Meine Sauer 404 in Zusammenspiel mit der Hornady ETX im Kaliber .308 Win / 165Grain machte mal wieder ihren Job und die Sau lag im Knall. Waidmannsheil nun auch für mich!

Ein grandioses Wochenende, was ich mit Sicherheit nicht so schnell vergessen werde. Trotz des verpassten Fußballspiels hatten wir einen unvergesslichen Abend. Vier Jäger die mit vier Sauen nach Hause gingen. Das ist wohl nur in der Schadzeit am Getreide möglich. Für mich war es die erste Erfahrung am Dinkel. Wenn die Schadflächen eine gewisse Größe erreicht haben, ist es eine Leichtigkeit die Schwarzkittel sauber durch das Glas anzusprechen. Ziehen sie jedoch einfach nur durch die Halme, hat man so gut wie keine Chance eine sichere und waidgerechte Kugel anzutragen. Bis dahin und Euch noch viel Erfolg bei der Jagd im und am Getreide.

Waidmannsheil,

Hunterfieber