Hallo liebe Blogleserinnen und Blogleser,

am vergangenen Donnerstag war es endlich soweit und ich ging der zuvor ausgesprochenen Einladung auf Sauen bei Vollmond in der Eifel nach. Mit Jens von Huntingroom und Sven von Wildlife Hunting sollten es also zwei lange und hoffentlich erfolgreiche Pirschnächte werden. Da ich am Donnerstagmorgen leider durch eine Vorlesung verhindert wurde schon einen Tag eher in die Eifel zu fahren, ging es dafür umso motivierter am Donnerstag um 14 Uhr in Richtung des 3 Stunden entfernten Ziels.

Dort angekommen wurde zuerst die Wildkammer in Augenschein genommen um zu sehen was die beiden Burschen am Abend zuvor schon erlegen konnten. Zwei Sauen, beide eindeutig Laufkrank konnten Jens und Sven bei absolutem Sauwetter bereits mit sauberer Kugel vom Pirschstock aus zum bleiben überreden. Mein Erwartungen stiegen noch einmal um Längen, da an diesem Abend klarer Himmel und 99% Mond vorhergesagt wurde.

Anschließend betrat ich die Jagdhütte und unterhielt mich mit den beiden über die vorherige Jagd-Nacht im vulkanischen Gebirge. Beide waren sich einig – bei immer wieder drehendem Wind, Platzregen und wolkenbehangenem Himmel bis auf 50 Meter eine Rotte anzupirschen, das erfordert viel jagdliche Praxiserfahrung, eine ruhige Hand und noch mehr Ausdauer. Aber auch gutes technisches Equipment und zuverlässige Waffen. Darauf war ich vorbereitet, da ich mir ein guter Jagdkollege und Freund seine Pulsar Wärmebildkamera für dieses Wochenende zur freien Verfügung gestellt hatte. Mit einem Detektionsbereich von bis zu 1800 Metern eine absolut perfekte Kamera für die bergige Region in der Eifel. Besonders um von Berg zu Berg spotten zu können und so die Rotten ausfindig zu machen eine wirklich hilfreiche Erleichterung.

Am ersten Abend saßen wir nun zu dritt an um ein wenig die aufgebrochenen Schadflächen auf den Felder zu bewachen. Sauen konnten wir vom Ansitz aus nicht ausmachen, dafür aber zwei Böcke und zwei weibliche Rehe. Nach dem Ansitz starteten wir in die heiße und spannende Phase der Nacht. Mit Rucksack, Waffe, Fernglas und Wärmebildkamera bewaffnet, ging es nun auf die erste Pirsch auf Sauen in der Eifel. Die Wetterbedingungen wurden vollstens erfüllt, wenn nicht sogar zu gut. Es war wirklich Taghell! Mit dem bloßen Auge konnten wir gute 200 Meter ohne Probleme über die Felder sehen. Vielleicht wurde uns genau das zum Verhängnis, denn in dieser Nacht konnten wir außer eine Rotte im Wald nicht eine weitere mehr ausmachen. Um fünf Uhr vielen wir völlig K.O. in unsere Betten um am darauffolgenden Abend wieder Fit für die nächste Pirsch zu sein. Dann bei Vollmond und hoffentlich sauguten Bedingungen. Nachfolgend seht Ihr zwei Screenshots von den Videos die wir in dieser Nacht mit der Wärmebildkamera aufnehmen konnten.

Ausgeschlafen und gut gestärkt entschieden wir uns dazu den Bachforellen an einem sehr idyllischen Eckchen in der Nähe vom Revier einen Besuch abzustatten. An einer Gabelung im Bach entschieden sich Jens und Sven dazu die Rute auszuwerfen und den Spinner sowie den Haken mit Maden angenehm für die Forellen anzubieten. Ich war noch mit meiner Kamera Fluss aufwärts beschäftigt, da hörte ich Jens schon rufen: „Maxi, komm ran!“. Ich eilte zu den beiden zurück, eine Bachforelle wie ich sie noch nie gesehen hatte. Absolut atemberaubend was in den Gewässern in der Eifel für ein gutes Fischvorkommen herrscht.

Am Abend ging es erneut wie am ersten Tag auf die Pirsch. Der Mond schien ab und zu dir die leichte Wolkendecke, dadurch waren die Lichtverhältnisse optimal und in dieser Nacht trauten sich auch die Schwarzkittel mit leeren Bäuchen wieder auf die Wiesen um zu brechen. Die erste Rotte konnten wir in einem Hang ausmachen, für einen Schuss jedoch leider viel zu weit. Die zweite Rotte stand für uns perfekt, wir pirschten und auf 100 Meter heran, der Wind drehte und die Bache bließ ab. Zwei Stunden später gingen wir zwei einzelne Stücke an, diese bekamen aber ebenfalls Wind und machten eine Kehrtwende zurück in das Unterholz. Dann kurz vor Schluss die spannendste Szene des gesamten Wochenendes. Wir machten die Rotte, an die wir uns zuvor schon herangepirscht hatte auf der selben Wiese aus. Drei Stücke standen weiter links, ein Stück stand alleine und Sven machte sich bereit. Durch einen dummen Kommunikationsfehler wechselten wir nun die Position und Jens gab mir eins der drei Stücke frei. Ich machte mich bereit, doch bekam die Sau nicht in das Glas. Zu allem übel gab es noch zwei wunderschöne laute Klickgeräusche von der Sicherung und dem einstechen. Die Bache hob das Haupt an und verschwand bevor der Schuss angetragen werden konnte.

Fehler passieren, aber aus ihnen lernt man! Alles in allem waren es zwei super Jagdtage mit viel Anblick und neu gewonnenen Freunden. Auch das ist Jagd und ich freue mich umso mehr dass Jens und Sven ihre beiden Sauen sicher und gut erlegen konnten. Vielleicht klappt es dann ja beim nächsten Mal. Ich sage Danke für die Einladung, das gute Essen, ein grandioses Jägersilvester und eines der besten Wochenenden in meiner jagdlich geprägten Karriere.

Waidmannsheil,

Hunterfieber