Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

da ich immer wieder gefragt werde was wir beide mit zur Jagd nehmen, worauf wir achten oder was unser Jagdrucksack so hergibt, möchte ich euch heute einen ganz persönlichen Einblick in meinen eigenen Jagdrucksack geben, bzw. aus ihm heraus.
Erstmal über den Rucksack an sich. Ich persönlich lege großen Wert auf einen Rucksack der viele ausgeklügelte und wohl platzierte Stauräume für meinen ganzen Kram bietet und er soll auch voll bepackt angenehm zu tragen sein und auch über längere Stunden sollte das Tragen nicht zur Last werden, denn eine Pirsch über mehrere Stunden kommt bei uns öfter mal vor. Ein weiterer und sehr prägnanter Punkt ist für mich die Lautstärke des Rucksacks. Das hört sich erst einmal vielleicht komisch an, aber was gibt es schlimmeres als einen Rucksack bei dem man vor dem öffnen der einzelnen Reißverschlüsse noch zuvor 5 Klettverschlüsse aufreißen muss bis am eigentlichen Reißverschluss angelangt ist. Am besten noch auf einer offenen Kanzel bei absoluter Windstille. Da kann man gleich wieder abbaumen und die Jagd frühzeitig und ohne Waidmannsheil abbrechen. Deshalb führe ich seitdem ich den Jagdschein besitze einen Lodenrucksack oder auch Flüsterrucksack genannt, den ich damals für kleines Geld auf der Jagd und Hund erstanden habe.

So nun aber zum eigentlichen Inhalt. Ich möchte euch zuerst die beiden vorderen Taschen präsentieren, da diese beiden kleinen Stauräume für mich einen ganz besonderen Wert haben. In diesen beiden Taschen verstaue ich vor allem kleinere Produkte oder Produkte an die ich besonders schnell während der Jagd herankommen muss. In der ersten vorderen Tasche verstaue ich Dinge die ich fast jedes Mal vor, nach oder während der Jagd benötige. Das ist für mich zum einen das komplette Equipment für das Aufbrechen des erlegten Stückes. Ich verstaue hier ein scharfes Messer, Einweghandschuhe, eine Bergehilfe und zwei mittelgroße aber stabile Fleischerhaken. Die Haken sind dafür da, wenn ich einmal am frühen Abend eine Sau oder ein Reh erlegt habe, aber noch auf dem Ansitz bleiben möchte. Ich schneide die Hinterläufe leicht ein und hänge es fertig aufgebrochen an die Leiter der Kanzel, damit es nicht verhitzt. Somit ist ebenfalls gewährleistet, dass sich kein Fuchs an dem frischen Wildbret vergreifen kann. Das Hängen lassen über mehrere Stunden sollte natürlich nur gemacht werden, wenn die Außentemperatur es zulässt. Zusätzlich befinden sich in diesem Fach auch meine beiden Taschenlampen. Eine kleinere Led Lenser und eine stärkere Lampe die ich vor Monaten günstig bei Ebay ersteigern konnte. So bin ich für den Weg zum Ansitz oder eine größere Nachsuche bestens gewappnet. In der zweiten vorderen Tasche bringe ich Dinge die ich nicht so häufig brauche unter. Das wäre zum Beispiel mein Jagdschein und die WBK, Mauspfeifchen und Blatter, ein Feuerzeug und zwei verschiedene Sorten an Batterien für meine Wärmebildkamera und mein Nachtsichtgerät. Außerdem habe ich immer ein kleines Döschen mit Windpulver in der vorderen Tasche, um bei einer spontanen Pirsch schnell die aktuelle Windrichtung ermitteln zu können. Den Handysüchtigen unter uns empfehle ich zusätzlich eine kleine und leichte Powerbank um sein Handy im äußersten Notfall laden zu können, es ist immer besser auf Nummer sicher zu gehen, besonders wenn man mit mehreren Jägern ansitzt. Für die kurze Verständigung ist das Mobiltelefon leider unumgänglich. Ich persönlich verwende außerdem gerne auf dem Ansitz die App „Jagdwetter.com“. Diese App ist umsonst und zeigt euch nützliche Daten wie zum Beispiel Büchsenlicht Start und Ende, Sonnen Auf und Untergang, Vollmonddaten, die aktuelle und voraussichtliche Wetterlage für die kommenden Tage in eurer Region und die Jagd und Schonzeiten für die bejagbaren Wildtiere an. Im Hauptstauraum meines Rucksacks befinden sich immer mehrere kleine Handwärmerpacks, eine Mütze, ein Schal, ein Paar Handschuhe, und etwas zu Essen. Zusätzlich natürlich auch etwas zutrinken für den Durst für zwischen durch, aber auch für ein eventuelles Aufbrechen an der Kanzel. An technischen Equipment beinhaltet mein Rucksack meine Fuji X-T20 und eine Wärmebildkamera mit passenden Batterien. Ihr solltet euch vor dem Kauf eines Rucksacks immer überlegen für welche Jagdarten ihr diesen verwenden möchtet. Für mich war es für den Start in mein Jägerleben der perfekte Rucksack. Jedoch haben sich für mich die Ansprüche und Erwartungen in den letzten Monaten geändert und nun benötige ich einen Rucksack der sowohl Platz für mein Equipment als auch für meine Jagdbekleidung bietet. Er sollte robust und dennoch leicht sein und viele weitere Staumöglichkeiten für kleinere Dinge bieten.

Auf der IWA 2018 werde ich mich ganz speziell mit dem Thema – Der neue Rucksack – auseinandersetzen und anschließend Einen kaufen der meine Erwartungen voll und ganz erfüllt. Für uns geht es am Freitag in Richtung Nürnberg und wir können es schon kaum erwarten. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Waidmannsheil,

Hunterfieber